Tragen - immer die Hände frei!

Warum sollte ich mein Kind tragen?

Tragen entspricht der Natur des menschlichen Säuglings (man sagt auch gerne Babys sind Traglinge). Es schafft Geborgenheit und erleichtert den Eltern den Alltag. Beim Tragen fördert der Körperkontakt die gesunde Entwicklung des Kindes und schafft eine lebenslang einzigartige Bindung zwischen Eltern und Kind. Das Kind will und soll auch überall dabei sein. Stellen Sie sich vor, Sie wären in der Steinzeit und Sie legen Ihr Kind in der Steppe/Savanne ab. Es würde sofort gefressen werden. Das ist auch der Grund für das Weinen, wenn Babys abgelegt werden. Sie suchen den Kontakt. Nur um einmal ganz kurz abzuschweifen...

Dabei ist es egal, ob sich die Eltern für ein Tragetuch oder eine Komforttrage entscheiden. Es sollten immer einige Punkte bedacht werden, bevor man sich ins "Getümmel" oder ins Internet stürzt und sich eine Tragehilfe "schnappt".

  1. Überlegen Sie sich, ob Sie mit einem Tuch tragen möchten. Sie sollten sich mit dem Tuch und seinen verschiedenen Bindeweisen auseinandersetzen und sie auch mehrere Male üben. Gegebenenfalls dazu eine Trageberatung oder einen Tragetuchkurs belegen. Das ist eine Investition, die sich auf alle Fälle lohnt. Sie gewinnen Sicherheit im Umgang und haben auch noch netten Kontakt zu anderen Eltern und zu Fachpersonal.
  2. Entscheiden Sie sich für die ergonomisch korrekte Komforttrage:
    • Diese ergonomisch korrekten Komforttragen haben immer eine breiten Steg, wo das Kind in der vielgenannten Anhock-Spreiz-Stellung (M-Stellung oder Fröschchen) positioniert wird, so dass das Gesicht sowie die Körpervorderseite immer den Eltern zugewandt ist. Es sollte auf keinen Fall eine Trage sein, in der das Kind mit hängenden Beinen oder mit dem Gesicht nach vorne getragen wird.
    • Diese ergonomisch korrekten Komforttragen haben einen Hüftgurt und variable Schultergurte, um das Gewicht des Kindes auch gleichmäßig über den Körper der Eltern zu verteilen. Bei den Eltern wird dadurch die Ausweichhaltung und Rückenschmerzen vermieden. Eine Komforttrage ist auch zu wählen, wenn bei den Eltern bereits im Vorfeld Rückenprobleme bestehen.
    • Bei den ergonomisch korrekten Komforttragen können als Beispiel genannt werden: MeiTais, Manduca, Bondolino, Marsupi, Beco Baby Carrier und Ergo Baby Carrier.

Trageberatung

Es gibt 3 Grundtrageweisen: Vorne, auf der Hüfte und auf dem Rücken. Welche genau gewählt wird, kommt auf das Alter und die Entwicklung des Kindes an. Wie genau man tragen möchte und wie die Tragehilfe gebunden oder angelegt wird kann man in einer Trageberatung herausfinden.

Ausgebildete Trageberaterinnen unterstützen die Eltern in ihrem Wunsch ihr Kind zu tragen. Sie finden zusammen mit den Eltern heraus, welches Tragesystem genau für sie sinnvoll und gut ist. Sie zeigen die verschiedenen Trageweisen und leiten die Eltern an, die Tragen richtig anzulegen. Die Trageberaterin arbeitet in besonderen Situationen auch mit Physiotherapeuten und Kinderärzten zusammen. Sie stellt dabei aber keinesfalls die Diagnose bzw. führt eine Therapie durch, sondern ist die Spezialistin in Bezug auf die Lösungen fürs Tragen in dieser besonderen Situation.

Diese Investition (30 Euro /Stunde) lohnt sich bestimmt! Sie probieren die Tragen aus und es stellt sich heraus, wo für Sie persönlich die Vorteile liegen. Oft sind es nämlich nur Kleinigkeiten, die die favorisierte Trage in den Hintergrund treten lassen und dafür eine - die man noch gar nicht sooo angeschaut hat - in den Mittelpunkt rücken.

Tragesysteme

Es gibt die verschiedensten Tragesysteme. Gute und fragwürdige, orthopädisch korrekte oder solche, bei denen die Physionomie des Kindes außer Acht gelassen wurden.

Grundsätzlich ist Tragen immer gut. Man sollte bei den Tragesystemen aber immer auf folgende Punkte achten:

  1. Schmiegt sich der Stoff der Tragehilfe so fest um den Rücken des Kindes, dass die Wirbelsäule gleichzeitig gut abgestützt und in ihrer runden Haltung unterstützt wird?
  2. Ermöglicht die Tragehilfe eine Anhock-Spreiz-Haltung der Beine, um eine korrekte Hüftstellung zu erreichen und die Wirbelsäule in ihrer runden Haltung zu unterstützen? Das Material zwischen den Beinen muss hierbei von Kniekehle zu Kniekehle reichen und gewährleisten, dass die Knie des Kindes auch im entspannten Zustand auf Bauchnabelhöhe des Kindes bleiben.
  3. Ermöglicht die Tragehilfe, das Gewicht des Kindes gleichmäßig auf den Körper des Trägers zu verteilen? Dies erhöht den Tragekomfort.

Ob Sie mit einem festen oder elastischen Tragetuch tragen oder Komforttragen wie den Manduca, Marsupi, Mei Tai, Bondolino etc. bevorzugen, es kommt immer auf die persönliche Situation der Eltern an, welches Tragesystem zum Einsatz kommt. Hauptsache ist doch, dass eines zum Einsatz kommt.

Würden wir in der Steinzeit leben und unsere Kinder so ablegen, wie wir es jetzt tun, unsere Kinder würden von den Raubtieren gefressen werden, weil sie von sich aus noch nicht die Möglichkeit haben, sich in Sicherheit zu bringen. Wir sind im Grunde zu früh geborene Nestflüchter, also Traglinge...

Mehr erfahren Sie unter www.trageschule-dresden.de unter dem Punkt „Binden und Tragen".

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